Wie sehe ich Grundstücksgrenzen online ein?
Die Grenzen aller [Flurstücke](/lexikon/flurstueck.html) sind Teil des offenen [Liegenschaftskatasters](/lexikon/liegenschaftskataster.html) und lassen sich in den Geoportalen der Länder kostenfrei ansehen — ein berechtigtes Interesse ist dafür nicht nötig.
Wo die Daten herkommen
Jedes Bundesland betreibt eigene Kartendienste auf Basis von ALKIS. Das erklärt die Unterschiede: Umfang, Darstellung, Zoomstufen und Lizenzen weichen voneinander ab, und was in einem Land offen ist, kann im nächsten Registrierung verlangen.
Was Sie dort sehen
- Flurstücksgrenzen und Flurstücksnummern
- Gebäudeumrisse
- Gemarkungs- und Flurgrenzen
- teils Nutzungsarten und Grenzpunkte
Wie genau die Linien sind
Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Die angezeigte Linie gibt den Katasternachweis wieder, nicht eine Messung im Gelände. Je nach Alter der zugrunde liegenden Vermessung sind Abweichungen von einigen Dezimetern normal.
Für Zaun, Anbau, Carport oder einen Streit mit dem Nachbarn ist die Online-Ansicht deshalb nicht ausreichend. Verbindlich ist allein eine Grenzfeststellung durch die Katasterbehörde oder einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur — siehe Grundstücksgrenze.
Wofür die Online-Ansicht reicht
- ersten Überblick über Zuschnitt und Größe verschaffen
- Flurstücksnummer ermitteln
- Nachbarflurstücke identifizieren
- prüfen, ob mehrere Flurstücke zu einem Objekt gehören
- Bebauung und Freiflächen einschätzen
Häufige Fragen
Kostet das etwas?
Die Ansicht in den Landesportalen ist überwiegend kostenfrei. Ein beglaubigter Auszug aus der Flurkarte ist gebührenpflichtig.
Sehe ich auch, wem das Nachbargrundstück gehört?
Nein. Eigentümer stehen im Grundbuch, nicht im offenen Teil des Katasters.
Warum weichen Luftbild und Grenzlinie voneinander ab?
Zwei Gründe: die erwähnte Genauigkeit des Katasternachweises, und die perspektivische Verzerrung des Luftbilds — Dächer erscheinen versetzt zum Gebäudegrundriss.