BORIS
BORIS steht für Bodenrichtwertinformationssystem — die Portale, über die die Gutachterausschüsse der Länder ihre [Bodenrichtwerte](/lexikon/bodenrichtwert.html) veröffentlichen.
Es gibt nicht ein BORIS, sondern eines je Bundesland: BORIS-NRW, BORIS-BW, BORIS-Bayern und so fort. Dazu kommt BORIS-D als bundesweiter Einstieg, der die Länderdaten zusammenführt — allerdings nicht mit der Tiefe der Landesportale.
Was die Portale zeigen
- Bodenrichtwertzonen als Kartenlayer
- den Wert je Quadratmeter zum jeweiligen Stichtag
- die Nutzungsart der Zone, etwa Wohnbaufläche oder Gewerbe
- je nach Land Zusatzangaben wie Geschossflächenzahl oder Bauweise
- häufig auch ältere Stichtage für den zeitlichen Verlauf
Warum sich die Länder unterscheiden
Die Gutachterausschüsse sind Landesrecht, und das schlägt auf die Portale durch. In der Praxis heißt das:
- Umfang — manche Länder geben alle Zonen offen heraus, andere nur Ausschnitte
- Lizenz — von freier Weiternutzung bis zu ausdrücklichem Nutzungsvorbehalt
- Zugang — teils ohne Anmeldung, teils mit Registrierung oder Gebühr
- Historie — die Zahl der abrufbaren Stichtage schwankt erheblich
Wer bundesweit vergleichen will, stößt deshalb regelmäßig auf Lücken. Welche Quelle für welches Land herangezogen wird, ist unter Quellen & Lizenzen dokumentiert.
Häufige Fragen
Ist BORIS kostenlos?
In den meisten Ländern ist die Anzeige der aktuellen Bodenrichtwerte kostenfrei. Auswertungen, Bescheinigungen und teilweise ältere Stichtage sind gebührenpflichtig.
Ersetzt BORIS ein Wertgutachten?
Nein. Der Bodenrichtwert gilt für ein fiktives Richtwertgrundstück in der Zone, nicht für Ihr konkretes Grundstück. Für einen belastbaren Wert braucht es ein Gutachten, das Zuschnitt, Bebaubarkeit und Lasten berücksichtigt.
Warum weicht der Wert vom Nachbargrundstück ab?
Weil Zonengrenzen verlaufen können, wo sich Nutzung oder Lagequalität ändern. Zwei benachbarte Grundstücke können in unterschiedlichen Zonen liegen und damit verschiedene Richtwerte haben.